Lektürerückblick 2016

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Foto: Armando Castillejos

Bei einem Blick auf mein Facebook-Profil und in mein Bücherregal ist mir aufgefallen, dass 2016 doch ein recht produktives Jahr war, was meine Lektüre betrifft. Und weil ich nicht alle Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe, auf dem Bücherschiff ausführlich besprochen habe, kommt hier jetzt ein vermutlich nicht vollständiger Rückblick mit mehr oder weniger kurzen Randnotizen. Please read and enjoy!

 

Emanuel Bergmann: Der Trick (Diogenes Verlag 2016)

Amüsant-tragische Geschichte um einen alten Zauberer und einen kleinen Jungen, der die Scheidung seiner Eltern verhindern will.

Virginia Boecker: Witch Hunter (dtv 2016)

Phantastische in einer mittelalterlich angehauchten Welt angesiedelte Geschichte um Hexer und Hexenjäger. Zur Rezension.

Libba Bray: The Diviners. Die dunklen Schatten der Träume (dtv 2015) – Highlight!

Geniale Verflechtung von spannender Mystery, amerikanischer Geschichte, Romantik und Freundschaft. Bezaubernde und verrückte Charaktere. Love it!

John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge (List 2012, 6. Auflage)

Ein Junge im Zweiten Weltkrief gelangt in eine Parallelwelt, immer auf der Flucht vor dem Krummen Mann. Irgendwie schräg und böse. Adaption diverser Märchen mit Verzerrung ins Skurril-Diabolische.

Lizzie Doron: Who the Fuck is Kafka (dtv 2015)

Interessanter Einblick in die Situation in Israel, in die Vorbehalte, die Israelis und Palästinenser gegeneinander haben und versuchen, sie zu überbrücken und trotzdem zu leben.

Sheridan Le Fanu: Carmilla, die Vampirin (Diogenes Verlag 2011)

Schaurig-süßer Vampirklassiker. Zur Besprechung.

Alwyn Hamilton: Amani. Rebellin des Sandes (cbt 2016)

Ein schönes Buch, erfrischend im Vergleich zu all den anderen Fantasy-Titeln mit Elfen, Vampiren, etc. Hier gibt es ein orientalisches Setting, die fabelhaften Wesen sind Djinn, Buraqi, Ghule… Ein bisschen mehr Tiefe und Detailverliebtheit wäre schön gewesen, aber sonst richtig gut. Zur Rezension.

Lorenz Just: Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten (Gabriel Verlag 2015)

Ausführlich aufbereitete Biografie des Propheten. Vielleicht etwas zu wissenschaftlich-nüchtern für die jugendliche Zielgruppe.

Lily King: Euphoria (C.H. Beck 2015) – Highlight!

Leidenschaftlich, verstörend, ein Sog. Lange nicht mehr so viel Lesefreude – ja, Euphorie und Wahn erlebt wie mit diesem Buch. Zur Besprechung.

Daniel Kratzke: Flatter, flatter, Fledermaus (Carlsen Verlag 2013 / 2015)

Gute-Nacht-Geschichte über eine Fledermaus. Mehr dazu.

Christian Linker: Dschihad Calling (dtv 2016)

Radikalisierung und Faszination junger Menschen für den IS plausibel, authentisch und spannend nahegebracht.

Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter (Penguin Verlag 2015, 2. Auflage) – Highlight!

So gut! Die Sprache erinnert mich an Dorothy Baker, trotz des ernsten, gesellschaftspolitischen Themas, das letztlich die Beziehung der Protagonistin zur ihrem Vater bedroht.

Sarah J. Maas: A Court of Mist and Fury (Bloomsbury 2015) – Fangirl.

Wesentlich besser als A Court of Thorns and Roses, auch weil ich ein absoluter Rhys-Shipper bin. Hier auch ednlich wieder die von Maas bekannten schlagfertigen Dialoge.

Margriet de Moor: Schlaflose Nacht (Carl Hanser Verlag 2016)

In einer einzigen Nacht durchlebt eine Frau das Ende ihrer Ehe und den möglichen Beginn einer neuen Liebe. Alles ausgerichtet auf den Rhythmus, den der von ihr verarbeitete Hefeteig vorgibt.

Eshkol Nevo: Die einsamen Liebenden (dtv 2016)

Nevo legt in einem kleinen Dort die Gesellschaft Israels mit all ihren Strömungen und Problemen an und verwebt sie mit Geschichten über Einsamkeit, Liebe und die Absurdität der Zeit. Eine amüsante Lektüre, die trotz der Leichtigkeit zum Nachdenken anregt.

Linda Sue Park: Der lange Weg zum Wasser. Eine wahre Geschichte (bloomoon bei arsEdition 2016)

Berührende Geschichte über Not und Vertreibung und von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Mehr dazu.

Dorit Rabinyan: Wir sehen uns am Meer (Kiepenheuer & Witsch 2016)

Liat und Chilmi sind mir während der Lektüre sehr ans Herz gewachsen. Sie Israelin, er Palästinenser: Hat Liebe da eine Chance? Zur Rezension.

Melinda Salisbury: Goddess of Poison. Tödliche Berührung (bloomoon bei arsEdition 2016)

Twylla ist die Verkörperung der Großen Göttin und dazu bestimmt, den Kronprinzen zu heiraten. Im Auftrag von dessen Mutter tötet sie mit nur einer Berührung Verräter am Könrigreich. Niemand sonst darf/will sie berühren. Bis sie eine neue Leibgarde bekommt. Ausbaufähig.

Andreas Steinhöfel: Anders. Mit Bildern von Peter Schössow (Königskinder Verlag 2014)

Als Felix nach einem schweren Unfall und anschließendem Koma erwacht, nennt er sich Anders. Denn er ist nicht mehr Felix: Er hat keine Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall oder an den Unfall selbst. Liest sich gut und ein bisschen wie ein Krimi.

Gelesen für die Prüfung des STUBE-Fernkurses Kinder- und Jugendliteratur (Selbsgewähltes Thema: Der Vampir in der KJL):

Lynn Raven: Blutbraut (cbt 2011) – Highlight!

Absolut lesenswert und mit eines der besten Vampirbücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich kann nur schwärmen!

Franziska Gehm: Die Vampirschwestern. Eine Freundin zum Anbeißen (Loewe Verlag 2008)

Gute und lustige Unterhaltung, die die ursprünglichen Vampirvorlagen wie Dracula ins Komische überspitzt.

Annette Herzog / Gergely Kiss: Harte Zeiten für Mister Vam (Moritz Verlag 2010)

Ein Kater, der sich für einen Filmregisseur hält und ständig pleite ist, trifft auf Mister Vam, einen Vampir, der wegen einer Rattenblutvergiftung über 100 Jahre schläft und sich nun in der Welt nicht mehr auskennt und sich mit Rotwein tröstet. Von der Schreibe und dem Wissen, das hier beim Lesenden vorausgesetzt wird, hätte ich dieses Buch nicht unbedingt für Kinder empfohlen.

Stephenie Meyer: Biss-Jubiläumsausgabe. Biss zum Morgengrauen / Biss in alle Ewigkeit (Carlsen Verlag 2015)

Lange hat es gedauert, bis ich mir dieses Buch ins Haus geholt habe. Ich kenne Film 1, einen Teil des 2. und den letzten. Und ich bin kein Fan. Am Anfang der Lektüre positiv überrascht, dann wird es doch irgendwie langweilig und zu Klischee. Der Fehler liegt für mich allerdings schon darin, dass Vampire glitzern. Aber ich kann ansatzweise nachvollziehen, warum das alles so ein Hype wurde.

Mehr habe ich dagegen von Biss in alle Ewigkeit erwartet, denn hier sollten die Rollen verkehrt werden. Das ist leider aber auch alles. Der Text ist fast identisch mit Biss zum Morgengrauen, auch wenn einige wenige Details aufgrund der geänderten Rollenverteilung angepasst wurden.

Patricia Schröder: Luzia und der Ball der Vampire, in der Reihe: Erst ich ein Stück, dann du (cbj 2013)

Vorlese- und Mitlesebuch. Luzia feiert bald Geburtsnacht und entdeckt am Tag davor ein Mädchen, das auf ihrer Burg ihren Geburtstag feiert. Die beiden feiern gemeinsam und durch ein Versehen trinkt Luzia vom Punsch und verwandelt sich in einen Menschen. Verwandlung mal andersum, eine nette Idee.

Ulrike Schweikert: Die Erben der Nacht. Nosferas (cbt/cbj 2008)

Das Reich der Vampire ist bedroht durch den Fortschritt und die Verbreitung der Menschen. So schließen sich die unterschiedlichen Vampirclans zusammen, ihre Kinder gemeinsam auf eine neue Zukunft vorzubereiten und ihre Fähigkeiten zu schulen. Das erste Schuljahr findet in Italien statt und birgt allerhand Abenteuer. Anhand der verschiedenen Clans werden außerdem diverse Gesellschaftsformen abgehandelt; der Umgang zwischen reinen und unreinen Vampiren ist einer der zentralen Streitpunkte. Natürlich geht es um Freundschaft, Liebe und eine heimliche Verschwörung. Besser als erwartet.

Angela Sommer-Bodenburg: Der kleine Vampir (Rowohlt Taschenbuch Verlag 2011, 45. Auflage)

Klassiker! Endlich ein Vampirbuch, in dem ein Vampir auch ein Vampir ist, der Menschen erschreckt und sich von Blut ernährt. Teilweise wirklich gruselig.

Christian Tielmann: Achtung: Vampiralarm! Mit Illustrationen von Michael Bayer (cbj 2006)

Jossi macht unfreiwillig Bekanntschaft mit einer illustren Runde von alten Vampiren, die ihm am Ende zu seinem Glück verhelfen. Amüsante Unterhaltung.

Gerda Wagener / Emilio Urberuaga: Vampirchen hat im Dunkeln Angst (bohem press 1996)

Vampirchen ist die einzige Fledermaus in seiner Gruppe, die noch keine dunklen Flügel hat und sich selbst im Dunkeln fürchtet. Weil seine Familie sich über Vampirchen lustig macht, fliegt es in die Welt hinaus und lernt, dass es im Dunkeln keine Angst zu haben braucht. Das etwas andere Bilderbuch. Schön gemacht mit flächigen Bildern zu Hell und Dunkel.

Renate Welsh: Das große Buch vom Vamperl. Mit Bildern von Heribert Schulmeyer (dtv junior 2011, 2. Auflage)

Das Vamperl! Wirklich liebenswerte Geschichten von einer alten Dame, die sich einer kleinen Fledermaus annimmt, von der niemand etwas wissen darf. Hat mich ein bisschen an den Pumuckl erinnert und ist entsprechend großartig.

Welches Buch hat euch vergangenes Jahr schwer beeindruckt – oder auch so gar nicht?

2 Gedanken zu “Lektürerückblick 2016

  1. «Breaking News» von Frank Schätzing – Die Geschichte eines Kriegsreporters, verknüpft mit der Siedlungsgeschichte Israels und einer Familiensaga. «Süffig» und rasant geschrieben, mit – zugegeben – einigen unnötigen Längen. Aber trotzdem sehr unterhaltsam, spannend und lehrreich!

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    1. Das klingt spannend! Gerade in Verbindung mit der Siedlungsgeschichte Israels. Ich glaube, dass ich von Frank Schätzing tatsächlich noch nichts gelesen habe (Schande!) – dieses Buch könnte ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp, liebe Manuela! 🙂

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